Die Gefahr, sich mit Zahlen zu identifizieren

Ja, ich gebe es zu: Das ist kein typischer Blogbeitrag für eine Numerologie-Seite. Aber genau deshalb gehört er hierher. Weil es meine persönliche Erfahrung ist. Und weil ich finde, dass man auch über Dinge sprechen darf, die nicht perfekt ins spirituelle Hochglanzbild passen. Numerologie begleitet mich nun seit fast sieben Jahren. Sie war und ist ein Teil meines Lebens, daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht. Sie hat mir geholfen, mich selbst besser zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und meinem Menschsein auf eine neue Art zu begegnen. Und trotzdem gibt es eine Seite dieser Tools, über die kaum gesprochen wird. Eine Seite, die ich lange selbst nicht sehen wollte.

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Die stille Schattenseite von spirituellen Tools

Was oft verschwiegen wird, ist die Schattenseite: Dass man sich mit solchen Systemen auch eine Realität erschaffen kann, die nur noch aus Suchen, Analysieren und Heilen besteht. Immer noch ein Thema. Immer noch etwas, das „weg“ muss. Immer noch das Gefühl, nicht ganz richtig zu sein. Nicht ganz angekommen. Und genau da beginnt es gefährlich zu werden. Denn aus Selbsterkenntnis wird Selbstoptimierung, und aus Bewusstsein ein endloses Projekt.

Meine Begegnung mit meiner Lebenszahl

Meine persönliche Geschichte beginnt mit einem Reading über meine Lebenszahl 33/6. Die Lebenszahl errechnet man übrigens, indem man alle Zahlen des Geburtsdatums zusammenzählt. In diesem Reading gab es einen Satz, der sich tief in mir festgesetzt hat. Ein Satz, der lange in meinem Kopf geblieben ist: Die Lebenszahl 33 habe oft ein schwieriges Leben mit vielen Herausforderungen, und erst im höheren Alter erreiche sie das sogenannte Christusbewusstsein und gelte dann als Meisterheilerin. So oder so ähnlich war es formuliert. Und dieser Satz hat etwas mit mir gemacht – nicht sofort, nicht laut, sondern leise und nachhaltig.

Ich habe mich immer und immer wieder damit identifiziert. Unbewusst habe ich diese Geschichte zu meiner eigenen gemacht. Ein schwieriges Leben, viele Herausforderungen, Erlösung irgendwann später. Also ist es logisch, dass es sich jetzt schwer anfühlt. Also ist es normal, dass es anstrengend ist. Also bin ich wohl „auf dem Weg“, aber noch nicht da. Was das alles mit mir gemacht hat, erzähle ich sehr offen in meinem YouTube-Video, dort habe ich meine Erfahrung persönlich geteilt. Den Link dazu findest du unter diesem Beitrag.

Der Moment des Hinterfragens

Was mir lange nicht klar war: Ich hatte begonnen, mich mit meinen Zahlen zu identifizieren.bNicht im Sinne von: „Ah spannend, das erklärt etwas über mein Menschsein.“ Sondern im Sinne von: „Das bin ich.“

Ich hatte Angst, etwas „falsch“ zu machen. Angst, von meinem Weg abzukommen. Angst, gegen meine Matrix, meine Zahl, meine Bestimmung zu leben. Und so haben mich die Zahlen – ohne dass ich es gemerkt habe – gesteuert. Nicht weil sie böse sind. Sondern weil ich ihnen Macht über mich gegeben habe.

Werkzeug oder Käfig?

Der Wendepunkt kam in dem Moment, in dem ich begonnen habe, auch die Numerologie zu hinterfragen. Und nein, ich verteufle sie nicht. Ich verteufle keine Tools. Sie können unglaublich wertvoll sein. Sie können helfen, sich selbst zu verstehen, das eigene Menschsein einzuordnen, Muster sichtbar zu machen. Aber nur dann, wenn man sie als das sieht, was sie sind: Werkzeuge. Und nicht als Käfig, in dem du dich selbst einsperrst.

Heute sehe ich Numerologie als etwas anderes. Nicht als Schicksal sondern als Spiegel. Als Spiegel für die Antworten, die ohnehin schon in dir liegen. Die Zahlen geben keine Wahrheit vor – sie können dir helfen, deine eigene Wahrheit bewusster wahrzunehmen. Nicht im Außen nach dir zu suchen, sondern im Innen zu lauschen. Du nutzt die Werkzeuge. Die Werkzeuge nutzen nicht dich. Und genau darin liegt für mich heute die wahre Freiheit im Umgang mit Numerologie.

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